SIK e.V. beim Interkulturellen Sommerfest in Freiberg
Begegnungen, Gespräche und neue Stimmen für „Zukunftsmusik für Zusammenhalt“
Am 20. Juni 2026 war SIK e.V. beim Interkulturellen Sommerfest in Freiberg zu Gast. Die Veranstaltung fand von 14:00 bis 17:00 Uhr im Bunten Haus / Mehrgenerationenhaus Freiberg statt.
Für uns war dieser Besuch ein wichtiger Schritt im Projekt „Zukunftsmusik für Zusammenhalt“. Im Jahr 2026 möchten wir mit unserem Radio- und Podcastprojekt stärker in Freiberg und im ländlichen Raum präsent sein. Unser Ziel ist es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, neue Stimmen hörbar zu machen und interkulturelle Begegnungen vor Ort zu ermöglichen.
Das Interkulturelle Sommerfest bot dafür einen sehr passenden Rahmen. Es war ein lebendiger, offener und gut organisierter Nachmittag. Viele Menschen kamen zusammen. Kinder spielten im Garten. Es gab Essen, Musik, Gespräche, Infostände und viele kleine Momente der Begegnung. Für SIK e.V. war es eine schöne Gelegenheit, Menschen aus Freiberg kennenzulernen, unser Projekt vorzustellen und neue Kontakte zu knüpfen.
Freiberg als Ort der Begegnung
Wir kamen mit viel Interesse nach Freiberg. Gleichzeitig wussten wir nicht genau, was uns erwartet. Umso schöner war die Erfahrung vor Ort.
Besonders beeindruckend war für uns die Atmosphäre. Menschen mit und ohne Migrationserfahrung kamen zusammen. Es wurde gegessen, gelacht, gesungen, gespielt und diskutiert. Die Veranstaltung zeigte, dass Vielfalt nicht nur ein abstraktes Thema ist. Vielfalt wird konkret, wenn Menschen einander begegnen. Genau darum geht es auch in unserer Arbeit.

Mit „Zukunftsmusik für Zusammenhalt“ möchten wir solche Begegnungen sichtbar und hörbar machen. Wir möchten zeigen, dass interkulturelles Zusammenleben nicht nur in großen Städten stattfindet. Auch in Freiberg, im ländlichen Raum und in vielen kleineren Städten gibt es Menschen, die sich für Offenheit, Dialog und Zusammenhalt einsetzen.
Erste Gespräche und neue Kontakte
Beim Sommerfest konnten wir mit vielen interessanten Menschen sprechen. Eine unserer ersten Anlaufstellen war Christian Mädler von der Agenda 21. Er engagiert sich unter anderem im Bereich Fair Trade, Eine Welt und Integration. Mit ihm konnten wir über die Idee unseres Projekts sprechen. Später entstand daraus auch eine kurze Interviewsituation.

Ein weiterer wichtiger Kontakt war die kommunale Integrationskoordinatorin der Stadt Freiberg, Margaret Triebler. Mit ihr waren wir bereits vor dem Fest in Kontakt. Beim Sommerfest konnten wir uns persönlich vorstellen und über mögliche Anknüpfungspunkte sprechen. Solche Kontakte sind für unser Projekt sehr wichtig, weil wir nicht einfach von außen nach Freiberg kommen möchten. Wir möchten mit den Menschen und Strukturen vor Ort zusammenarbeiten.
Auch mit Ahmed Alasi kamen wir ins Gespräch. Er lebt seit mehreren Jahren in Deutschland und engagierte sich aktiv beim Sommerfest. Seine persönliche Geschichte und seine Erfahrungen in Freiberg machen ihn zu einer spannenden Stimme für unser Projekt.
Ein weiterer Gesprächspartner war Joachim Krahl von der Pfingstgemeinde Freiberg, der ebenfalls im ökumenischen Arbeitskreis aktiv ist. Er unterstützte das Fest unter anderem mit Angeboten für Kinder. Auch solche Begegnungen zeigen, wie vielfältig das Engagement in Freiberg ist.
Darüber hinaus konnten wir mit einer Vertreterin des Internationalen Universitätszentrums der TU Bergakademie Freiberg sprechen. Das Gespräch war für uns besonders interessant, weil Freiberg durch die Universität auch viele internationale Studierende anzieht. Für unser Projekt ist die Frage wichtig, wie Menschen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Biografien und verschiedenen Spracherfahrungen hier ankommen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Auch Naima, die bei der Agenda 21 engagiert ist und selbst eine vielfältige Familiengeschichte mitbringt, gehörte zu den Menschen, mit denen wir ins Gespräch kamen. Sie zeigte großes Interesse an unserem Projekt und an der Idee, interkulturelle Erfahrungen über Radio und Podcast sichtbar zu machen.
Besonders gefreut haben wir uns auch über die Begegnung mit Ramatu Leeder Kamanda. Sie lebt seit vielen Jahren in Freiberg, engagiert sich vor Ort und war beim Sommerfest unter anderem als Moderatorin präsent. Sie begegnete uns offen, herzlich und mit großem Interesse. Auch sie kann mit ihren Erfahrungen und ihrer Perspektive einen wichtigen Beitrag zu unseren Radiobegegnungen leisten.
Warum wir in Freiberg sind
SIK e.V. steht für Stärkung interkultureller Kompetenzen. Wir sind überzeugt: Interkulturelles Zusammenleben gelingt nicht von allein. Es braucht Begegnung, Vertrauen, Sprache, Räume für Austausch und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.
Dabei geht es nicht nur darum, dass Menschen mit Migrationserfahrung Deutsch lernen oder sich in bestehende Strukturen einfinden. Es geht auch darum, dass die Mehrheitsgesellschaft Möglichkeiten bekommt, eigene interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln.
Dafür braucht es konkrete Begegnungen. Menschen müssen einander sehen, hören und kennenlernen können. Erst dann entsteht ein anderes Verständnis füreinander. Erst dann wird aus einem abstrakten Thema eine persönliche Erfahrung.
Genau hier setzt „Zukunftsmusik für Zusammenhalt“ an.
Wir möchten in Freiberg Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden: Menschen mit und ohne Migrationserfahrung, Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen, Menschen, die schon lange in Freiberg leben, Menschen, die neu angekommen sind, Menschen, die sich engagieren, Menschen, die Fragen haben, und Menschen, die etwas erzählen möchten.
Geplante Radiobegegnungen und Gesprächscafés
Für das Jahr 2026 planen wir in Freiberg mehrere interkulturelle Radiobegegnungen. Dabei möchten wir jeweils Menschen mit und ohne Migrationserfahrung zusammenbringen. Sie sprechen miteinander über ihre Erfahrungen, ihre Sicht auf Deutschland, ihre Vorstellung von Integration, ihre Wünsche für die Gesellschaft und ihre persönlichen Wege.
Wir planen in Freiberg zunächst ein interkulturelles Gesprächscafé. Dieses Format soll einen offenen und niedrigschwelligen Raum schaffen, in dem Menschen unkompliziert miteinander ins Gespräch kommen können. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Zuhören und gegenseitiges Verstehen. Es geht nicht um Vorträge oder fertige Antworten, sondern um persönliche Erfahrungen, Fragen und Perspektiven zum interkulturellen Zusammenleben in Freiberg.
Darauf aufbauend möchten wir interkulturelle Radiobegegnungen gestalten. Dabei kommen Menschen mit und ohne Migrationserfahrung zu zweit miteinander ins Gespräch. Diese Dialoge werden als Radio- und Podcastformat aufgenommen, redaktionell bearbeitet und später veröffentlicht. So können auch Menschen, die nicht direkt an den Begegnungen teilnehmen, zuhören, neue Perspektiven kennenlernen und einen Einblick in die Vielfalt der Freiberger Stadtgesellschaft gewinnen.
Die deutsche Sprache spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie ist in Deutschland ein zentrales Mittel der Verständigung. Gleichzeitig wissen wir, dass Sprache auch eine Hürde sein kann. Deshalb möchten wir Räume schaffen, in denen Menschen sich trauen zu sprechen, auch wenn nicht jedes Wort perfekt ist. Entscheidend ist die Begegnung.
Ein besonderer Moment: Musik als gemeinsame Sprache
Ein sehr eindrucksvoller Moment des Sommerfestes war das musikalische Programm.
Es gab verschiedene Auftritte, Musik aus unterschiedlichen Kulturen und Beiträge von Menschen mit sehr verschiedenen Hintergründen. Besonders bewegend war für uns ein Moment, in dem das Steigerlied gesungen wurde.

Das Steigerlied ist eng mit der Bergbautradition verbunden. In Freiberg hat diese Tradition eine besondere Bedeutung. Viele Menschen kennen das Lied. Es gehört zur Geschichte der Stadt und zur Identität der Region.
Beim Sommerfest wurde dieses Lied in einem interkulturellen Kontext gesungen. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen standen auf der Bühne. Andere Menschen sangen mit. Für einen Moment wurde sichtbar, was interkulturelle Begegnung bedeuten kann: Tradition bleibt nicht abgeschlossen. Sie kann neue Stimmen aufnehmen. Sie kann Menschen verbinden.
Dieser Moment zeigte auf sehr schöne Weise, dass Zugehörigkeit nicht nur durch Herkunft entsteht. Zugehörigkeit kann auch wachsen, wenn Menschen gemeinsam etwas erleben, singen, lachen oder einander zuhören.
Ein anderes Bild vom Osten in Deutschland
Der Besuch in Freiberg war für uns auch deshalb wichtig, weil über Ostdeutschland oft sehr einseitig gesprochen wird. Häufig stehen Probleme, Konflikte oder politische Spannungen im Mittelpunkt.
Natürlich gibt es Herausforderungen. Auch in Freiberg und im ländlichen Raum gibt es Fragen, Unsicherheiten und Spannungen im Umgang mit Migration und Vielfalt. Diese Themen dürfen nicht ausgeblendet werden.
Aber das Sommerfest hat auch etwas anderes gezeigt: Es gibt viele Menschen, die sich engagieren. Es gibt Orte der Offenheit. Es gibt Vereine, Initiativen, Kirchen, Bildungseinrichtungen und Einzelpersonen, die Begegnung möglich machen. Es gibt Menschen mit und ohne Migrationserfahrung, die miteinander leben, arbeiten, feiern und Verantwortung übernehmen.
Diese Seite möchten wir mit unserem Projekt stärker sichtbar machen.
„Zukunftsmusik für Zusammenhalt“ möchte keine künstlich schöne Welt zeigen. Aber wir möchten gute Beispiele hörbar machen. Wir möchten Menschen eine Stimme geben, die im Alltag oft wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Wir möchten zeigen, dass Zusammenhalt dort wächst, wo Menschen miteinander sprechen und gemeinsam etwas gestalten.
Dank an die Organisatorinnen, Organisatoren und Engagierten vor Ort
Wir bedanken uns herzlich bei den Organisatorinnen und Organisatoren des Interkulturellen Sommerfest in Freiberg.
Danke an alle, die dieses Fest vorbereitet, begleitet und möglich gemacht haben. Danke an die Initiativen, Vereine, Engagierten, Künstlerinnen, Künstler, Helferinnen und Helfer. Danke auch an alle Menschen, die mit uns gesprochen, unsere Flyer mitgenommen, Fragen gestellt oder Interesse an unserem Projekt gezeigt haben.
Wir haben uns sehr willkommen gefühlt. Die Offenheit, die Freundlichkeit und die positive Resonanz haben uns sehr gefreut.
Für SIK e.V. war dieser Nachmittag ein gelungener Auftakt für die weitere Arbeit in Freiberg. Wir nehmen viele Eindrücke, neue Kontakte und konkrete Ideen mit.
Wie es weitergeht
In den kommenden Wochen werden wir die Gespräche und Kontakte aus Freiberg weiter vertiefen. Wir möchten Menschen finden, die bereit sind, an unseren Radiobegegnungen teilzunehmen. Dabei suchen wir unterschiedliche Stimmen: Menschen mit Migrationserfahrung, Menschen ohne eigene Migrationserfahrung, Menschen aus Vereinen, aus Bildung, aus Nachbarschaften, aus der Stadtgesellschaft und aus dem Alltag in Freiberg.
Ein nächster Schritt ist bereits geplant: Am Mittwoch, den 26. August 2026, findet von 18:00 bis 21:00 Uhr im Café Momo in Freiberg ein interkulturelles Gesprächscafé im Rahmen von „Zukunftsmusik für Zusammenhalt“ statt. Dort möchten wir die begonnenen Gespräche weiterführen, neue Begegnungen ermöglichen und Menschen aus Freiberg miteinander ins Gespräch bringen.
Das Café Momo bietet dafür einen passenden Rahmen: offen, zugänglich und mitten in der Stadt. Für SIK e.V. ist dieses Gesprächscafé ein weiterer Schritt, um in Freiberg präsent zu sein und gemeinsam mit Menschen vor Ort Räume für Dialog, Zuhören und gegenseitiges Verstehen zu schaffen.
Die Ergebnisse werden später in Form von Audio-Beiträgen, Podcasts und weiteren Veröffentlichungen zugänglich gemacht. Geplant ist auch, ausgewählte Beiträge über unsere Mediathek und Plattformen wie Mixcloud zu veröffentlichen.
Wir freuen uns darauf, Freiberg in diesem Jahr weiter kennenzulernen und gemeinsam mit Menschen vor Ort neue Räume für Dialog, Begegnung und interkulturelles Lernen zu schaffen.
Gefördert durch das Bundesprogramm Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Das Projekt „Zukunftsmusik für Zusammenhalt“ wird von SIK e.V. im Rahmen des Bundesprogramms Gesellschaftlicher Zusammenhalt durchgeführt.

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden. (BGZ).
Wir danken dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie dem Bundesprogramm Gesellschaftlicher Zusammenhalt für die Förderung und Unterstützung dieses Projekts.
Haben Sie Fragen zu diesem Beitrag oder möchten Sie mit SIK e.V. in Kontakt treten? Schreiben Sie uns gerne über unser Kontaktformular.
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